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Großstädte in Deutschland - Koblenz

Koblenz (frz. Coblence) ist nach Mainz und Ludwigshafen am Rhein die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Die Universitätsstadt liegt im Norden des Landes und bildet eines der 5 Oberzentren von Rheinland-Pfalz. Sie ist eine Kreisfreie Stadt, Sitz des Landkreises Mayen-Koblenz und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (bis 1999 Bezirksregierung Koblenz).

Der Name Koblenz leitet sich vom lateinischen Confluentes (Zusammenfluss) ab, was sich auf das Zusammenfließen von Rhein und Mosel am so genannten "Deutschen Eck" bezieht.

Nächst größere Städte sind Bonn, ca. 60 km nördlich und Mainz ca. 90 km südlich.

Die Einwohnerzahl der Stadt Koblenz überschritt 1961 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Koblenz liegt an dem durch Zusammenfluss von Mosel und Rhein gebildeten Dreieck ("Deutsches Eck"), begrenzt von den Ausläufern des Hunsrücks im Süden und der leicht hügeligen Landschaft des Maifeldes im Westen. Im Norden Übergang in das Neuwieder Becken. Die rechts des Rheins gelegenen Stadtteile im Osten des Stadtgebiets liegen in den Ausläufern des Westerwaldes, welche zum Teil mit starkem Gefälle bis dicht an den Fluss heranreichen.

Wappen

Beschreibung: In Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, belegt mit einer goldenen Krone. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß. Bedeutung:
Das heutige Wappen taucht erstmals im 14. Jahrhundert auf. Das Kreuz steht für das Herrschaftsgebiet des Erzbistums Trier, dessen Residenzstadt Koblenz lange Zeit war. Die Krone ist das lokale Wappensymbol und steht für die Himmelskönigin Maria, Schutzpatronin der Stadt, der die Kirche zu unserer lieben Frau gewidmet ist. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt die Stadt ein neues Wappen, das jedoch später wieder aufgegeben wurde.

Religionen

Durch die Zugehörigkeit zum Erzstift Trier, dessen Residenzstadt Koblenz längere Zeit war, blieb die Stadt über Jahrhunderte katholisch. Die Reformation konnte kaum Fuß fassen. Es gab nur vereinzelte protestantische Gemeindeglieder, die sich an benachbarten Gemeinden hielten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden Protestanten offiziell geduldet (1783 Toleranzedikt von Kurfürst Clemens Wenzeslaus). 1802 erhielten die Protestanten das ehemalige St. Görgenkloster als Gottesdienstraum. Nachdem Koblenz 1815/1822 Teil der preußischen Rheinprovinz geworden war, zogen auch vermehrt protestantische Gemeindeglieder zu. Im Jahre 1902 erbauten sie sich schließlich die Christuskirche.

Heute gehören die Kirchengemeinden der Stadt - sofern sie nicht einer Freikirche angehören - zum Kirchenkreis Koblenz der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Die katholischen Gemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Koblenz innerhalb der Region Koblenz der Diözese Trier.

Politik

An der Spitze der Stadt Koblenz stand der Schultheiß, der ab 1253 unmittelbarer landesherrlicher Beamter wurde. Daneben gab es einen Rat der Stadt, der im 16. Jahrhundert einem Amtmann unterstand. Ende des 18. Jahrhunderts als die Stadt französisch besetzt wurde, erhielt sie die Mairieverfassung mit einem Maire an der Spitze. Nach dem Übergang an Preußen 1815 leitete ein Oberbürgermeister die Stadtverwaltung. Die Stadt wurde Sitz der Provinz Großherzogtum Niederrhein bzw. ab 1822 der Rheinprovinz, an deren Spitze der Oberpräsident stand. Ferner wurde sie Sitz des Landkreises Koblenz. 1856 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörten auch die Gemeinden Neuendorf, Moselweiß und Kapellen zur Bürgermeisterei Koblenz. Zum 1. Oktober 1887 wurde Koblenz eine kreisfreie Stadt.

Wirtschaft

In Koblenz ist neben Maschinenindustrie und Softwareentwicklung (Corus Aluminium international für die Flugzeug-, Schiffs- und Fahrzeugindustrie, TRW Automotive [Braking & Suspension] sowie CompuGROUP AG, Marktführer in Deutschland für Artzarbrechnungssoftware) stark geprägt durch einen hohen Anteil an Behörden. Sie ist u.a. Sitz des des Bundesarchivs, der Bundesanstalt für Gewässerkunde und des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung sowie des Heeresführungskommando der Bundeswehr. Koblenz war bis Ende der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts die größte Garnisonsstadt Deutschlands.

Verkehr

Im Westen der Stadt führt die Bundesautobahn A 61 Ludwigshafen-Mönchengladbach vorbei, im Norden die West-Ostverbindung der Autobahn A 48, welche die A 1 Saarbrücken-Köln mit der A 3 Frankfurt-Köln verbindet. Ferner führen die Bundesstraßen B 9, B 42, B 40 und B 416 durch das Stadtgebiet.

Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Buslinien der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG sowie anderer Verkehrsunternehmen.

Medien

In Koblenz befindet sich ein Studio des Südwestrundfunks (SWR) sowie das Studio Rheinland der privaten Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co KG (RPR). Als Tageszeitung erscheint die "Rhein-Zeitung", als Wochenzeitungen der "Koblenzer Schängel" und "Koblenzer Stadt-Anzeiger".

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Kulturlandschaft Mittelrhein zwischen Koblenz und Bingen (Weltkulturerbe)

Theater

  • Stadttheater Koblenz
  • Kammerspiele

Museen

  • Beethofen-Gedenkstätte
  • Landesmuseum (Festung Ehrenbreitstein)
  • Mittelrhein-Museum
  • Mittelrheinisches Postmuseum
  • Rheinmuseum
  • Schlossmuseum Stolzenfels
  • Wehrtechnische Studiensammlung

Bauwerke

  • Deutsches Eck und "Schängel"-Brunnen, die Wahrzeichen der Stadt
  • Kurfürstliches Schloss (Sommerresidenz der Kurfürsten von Trier)
  • Schloss Stolzenfels
  • "Deutscher Kaiser" (Wohnturm)
  • Dreikönigin-Haus
  • Festung Ehrenbreitstein
  • Haus Metternich
  • Altstadtgassen
  • Kirchen:
    • Heilig Kreuz-Kirche
    • Jesuitenkirche
    • Liebfrauenkirche
    • St. Adelgundis-Kirche
    • St. Florin (evang. Pfarrkirche)
    • St. Kastor

Bodendenkmäler

Goloring, Nähe Dorf Wolken

Söhne und Töchter der Stadt

Die folgende Übersicht enthält bedeutende, in Koblenz geborene Persönlichkeiten chronologisch aufgelistet nach dem Geburtsjahr. Ob die Personen ihren späteren Wirkungskreis in Koblenz hatten oder nicht ist dabei unerheblich. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • 1760, 4. April, Josef von Hommer, † 11. November 1836 in Trier, Bischof von Trier 1824-36
  • 1763, 31. Oktober, Wilhelm Arnold Günther, † 22. August 1843 in Trier, Kapitularvikar in Trier 1836-42
  • 1773, 15. Mai, Klemens Wenzel Graf (Fürst) Metternich, † 11. Juni 1859 in Wien, österreichischer Staatsmann
  • 1776, 25. Januar Joseph Görres † 29.1.1848 in München, Journalist; sein Denkmal steht in den Rhein-Anlagen (Koblenz), nach ihm ist auch das Görres-Gymnasium in Koblenz benannt.
  • 1778 im Ortsteil Ehrenbreitstein, Clemens Brentano, † 1842 in Aschaffenburg, Dichter ("Kein Tierlein ist auf Erden"), Herausgeber der Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn" zusammen mit Achim von Arnim
  • 1791, Peter Joseph von Lindpaintner, † 1856 in Nonnenhorn am Bodensee, Komponist
  • 1792, 20. Dezember, Friedrich von Gärtner, † 21. April 1847 in München, Architekt
  • 1798, 15. Oktober, Johann Georg Müller, † 19. Januar 1870 in Münster, Bischof von Münster 1847-70, sein Denkmal befindet sich am Jesuitenplatz
  • 1819, 1. Dezember, Philipp Kremenz, † 6. Mai 1899 in Köln, Erzbischof von Köln 1885-99
  • 1879, 9. Oktober, Max von Laue, † 24. April 1960 in Berlin, Physiker
  • 1885, Fritz von Unruh, † 1970 in Diez, Schriftsteller und Dramatiker
  • 1922, 21. Februar, Wilhelm Stöck, † 25. Februar 1997 in Hamburg, Sprecher der Tagesschau 1964 bis 1984
  • 1923, 6. März, Jürgen von Manger, Kabarettist ("Adolf Tegtmeier")
  • 1926, 2. Februar, Valéry Giscard d'Estaing, Minister (1962-66 und 1969-74) und Staatspräsident von Frankreich (1974-81)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Februar: Karnevalsumzug
  • April bis September: Weindorf-Saison
  • April: Blüten- und Weinfest in Güls
  • Mai/Juni: Serenaden im Blumenhof
  • Juli: Altstadtfest
  • Juli: Gauklerfest
  • August: "Rhein in Flammen"
  • September: Wein- und Erntefest in Lay
  • Oktober: Koblenzer Schängel-Markt
  • November: "Meerdeszüge" (Martinsumzüge) der Kinder
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt
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